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Hima-Kulturgebiet bei Nadschran: Felsbilder und Brunnen der Karawanenstraße

KI-Illustration: Sandsteinfelsen in einer Gebirgswüste mit alten Brunnenschächten und SteinhaufenKI-Illustration
Kurzantwort

Das Hima-Kulturgebiet in der Provinz Nadschran umfasst rund 557 Quadratkilometer mit etwa 550 Felsbildtafeln, Inschriften, Steinhaufen und antiken Brunnen. Es lag am ältesten bekannten Zollposten einer Karawanenstraße. Das Welterbekomitee nahm es am 24. Juli 2021 als sechste saudische Stätte in die Liste auf.

Schnellfakten Hima (Stand 01.11.2026)
LageProvinz Nadschran, Südwesten Saudi-Arabiens, Gebirgswüste an einer alten Karawanenstraße
Größerund 557 km², etwa 550 Felsbildtafeln, mehr als 34 Fundplätze
Zeitraumvom 7. Jahrtausend v. Chr. bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. und darüber hinaus
BrunnenBir Hima, mindestens 3.000 Jahre alt, liefern bis heute Süßwasser
SchriftenThamudisch, Südarabisch, später auch Nabatäisch und Arabisch
Welterbeseit 24. Juli 2021 (44. Sitzung), sechste saudische Stätte, Name „Hima Cultural Area“

Was ist das Hima-Kulturgebiet?

Das Hima-Kulturgebiet liegt in der Provinz Nadschran im Süden Saudi-Arabiens, in einer Gebirgswüste, die auf drei Seiten von Bergen und Höhlen umgeben ist. Es ist eine der größten Felsbildlandschaften der Erde: Auf rund 557 Quadratkilometern finden sich etwa 550 Tafeln mit Zeichnungen und Inschriften, außerdem Steinhaufen, Steinstrukturen, Gräber, Streuungen von Steinwerkzeugen und alte Brunnen.

Das arabische Wort „hima“ bezeichnet ein geschütztes Gebiet; der Name passt zu einem Ort, an dem Wasser und Weide über Jahrtausende geregelt genutzt wurden. Bei der Aufnahme in die Welterbeliste wurde der ursprüngliche Antragstitel „Cultural Rock Arts in Hima Najran“ auf Empfehlung der Fachberater in „Hima Cultural Area“ geändert, weil nicht nur die Bilder, sondern die gesamte Kulturlandschaft aus Brunnen, Wegen und Zeichen geschützt wird.

Für Reisende ist das Gebiet eines der Ziele, die das Bild des Landes jenseits von Großstadt und Küste erweitern. Wer Hima verstehen will, sollte vorher wissen, dass es keine Ruinenstadt ist, sondern ein Netz aus Fundplätzen: Wände mit Zeichen, Felsen mit Inschriften, Brunnen und Wege. Eine Übersicht der übrigen Ziele im Land bietet die Seite Sehenswürdigkeiten.

Warum waren die Brunnen von Hima so wichtig?

Die Brunnen von Hima lagen an einer wichtigen Karawanenstraße, die den Süden der Halbinsel mit den Märkten im Norden verband. Der Ort war der älteste bekannte Zollposten dieser Strecke. Die Brunnen sind mindestens 3.000 Jahre alt und liefern bis heute Süßwasser. Die meisten wurden in den Fels getrieben, und sie trugen Namen wie Umm Nakhlah, al-Qarayen, al-Janah und al-Hamatah.

Wer aus dem Süden kam und die Wüste nach Norden durchqueren wollte, fand hier den letzten Wasserplatz vor der langen Strecke; wer aus dem Norden kam, den ersten nach der Wüste. Das erklärt, warum sich an dieser Stelle ein Markt entwickelte, einer der wichtigen der Halbinsel, und warum Karawanen Wegzoll entrichteten. Wasser war die Währung, die jeder Reisende brauchte.

Dasselbe Prinzip bestimmte das Leben in Al-Faw am Rand der Rub al-Khali, wo eine Stadt an einem anderen Ast der Karawanenstraße entstand. Lesen Sie dazu die Seite Al-Faw. Die Straße der Weihrauchhändler, die im Norden Dadan und Hegra berührte, beschreibt die Seite Vorislamische Zeit.

Was zeigen die Felsbilder von Hima?

Die Felsbilder erzählen vom Alltag der Menschen, die hier jagten, Vieh hüteten und Handel trieben. Zu sehen sind Jagdszenen und Tierherden, Kamele, Pferde, Rinder, Steinböcke, Gazellen, Strauße, Löwen und Schlangen. Hinzu kommen Darstellungen von Menschen, teils größer als lebensgroß, sowie von Waffen und Werkzeugen wie Speeren, Schilden, Bögen, Pfeilen und Messern. Auch Kampfszenen sind erhalten.

Die Bilder stammen aus sehr verschiedenen Zeiten. Die Fundplätze belegen eine Kontinuität von rund 7.000 Jahren, vom 7. Jahrtausend v. Chr. bis ins 1. Jahrtausend v. Chr., mit Spuren auch aus späterer Zeit. Neue Untersuchungen saudischer und internationaler Teams fanden zudem Überreste aus der Steinzeit.

Als Ganzes bilden sie ein Archiv unter freiem Himmel: Sie halten Jagd, Viehzucht, Bewaffnung und Karawanenverkehr einer Landschaft fest, in der schriftliche Überlieferung selten ist.

Welche Schriften und Inschriften gibt es?

Neben den Zeichnungen enthalten die Wände zahlreiche Inschriften in mehreren Schriften. Vertreten sind Thamudisch, Südarabisch (Musnad), Nabatäisch in kleinerer Zahl, Kufisch und frühe arabische Inschriften aus islamischer Zeit. Reisende, Händler und Heere hinterließen über Jahrhunderte ihre Namen und Mitteilungen; die meisten sind gut erhalten.

Die Mischung der Schriften ist selbst ein Beleg für die Rolle des Ortes. Wer aus dem Süden kam, schrieb in südarabischer Schrift, wer aus dem Norden oder Osten kam, in thamudischer oder nabatäischer. So lässt sich an der Wand ablesen, welche Gruppen über die Brunnen zogen. Zur Frage, wie Schriften aus dem Norden aussehen und wie man sie liest, lesen Sie die Seite zu Dadan und Jabal Ikmah mit den dadanitischen Inschriften.

Auch die Felsbilder von Hail im Norden sind Welterbe; Näheres auf der Seite Felsbilder von Hail.

Einordnung

Berühren Sie Felsbilder und Inschriften nicht, auch nicht, um sie „besser sichtbar“ zu machen. Fett, Wasser und Druck beschleunigen die Verwitterung; Spuren auf Felsflächen lassen sich nicht rückgängig machen.

Welche Fundplätze gehören zum Gebiet?

Das Gebiet besteht aus mehr als 34 Fundplätzen. Einer der bekanntesten ist Jabal Saidah, ein Berg mit alten Inschriften, Zeichnungen und Steinwerkzeugen, der Besucher aus dem In- und Ausland anzieht. Am Jabal al-Kawkab sind Kamele, Pferde und Löwen dicht gedrängt dargestellt, und Inschriften halten das Vorbeiziehen von Karawanen fest. Andere Plätze bestehen aus Schluchten, in denen Karawanen rasteten, oder aus Grabfeldern aus der Zeit vor der Eisenzeit.

Auf Bergspitzen stehen Steinhaufen, die in Richtung der Brunnen sichtbar sind. Dazu kommen Stein- und Grabbauten, die zeigen, dass die Region nicht nur durchquert, sondern auch bewohnt wurde. Wer die Brunnen und Plätze nicht zu Fuß ablaufen kann, sollte die Stätte mit einem lokalen Führer besuchen, der die einzelnen Plätze kennt.

Ein einzelnes Bild ragt heraus: die Darstellung eines Jägers, der Steinböcke jagt und dabei Kamele schützt. Sie stammt aus dem zweiten Jahrtausend v. Chr.

Wie kommt man nach Nadschran und was ist beim Besuch zu beachten?

Hima liegt im Norden der Provinz Nadschran; die Stadt Nadschran ist der übliche Ausgangspunkt. Wie Sie nach Saudi-Arabien reisen, beschreibt die Seite Flüge nach Saudi-Arabien, das Fahren im Land die Seite Mietwagen. Für die Planung vor Ort sind Ortskenntnis und ein Führer ratsam, denn die Fundplätze liegen weit auseinander und nicht alle sind beschildert.

Für den Besuch von Felsbildstätten gelten einfache Regeln: früh am Morgen oder am späten Nachmittag gehen, Wasser und Sonnenschutz mitnehmen, festes Schuhwerk tragen und auf den Wegen bleiben. In engen Tälern besteht bei Regen die Gefahr von Sturzfluten. Die beste Zeit für Besuche in der Region zeigt die Seite beste Reisezeit. Zum Verhalten gegenüber Menschen und Stätten gilt: Regeln und Respekt.

Nadschran liegt im Grenzgebiet zum Jemen. Wegen der Lage an der Grenze geben die Außenministerien für die Provinz besondere Hinweise heraus; die tagesaktuelle Einstufung steht beim Auswärtigen Amt. Prüfen Sie diese vor jeder Buchung.

Wie passt Hima zu den anderen Stätten im Land?

Hima ist eine von acht saudischen Welterbestätten. Wer die Reihe kennen möchte: Hegra (2008), At-Turaif in Diriyya (2010), das historische Dschidda (2014), die Felsbilder von Hail (2015), die Oase Al-Ahsa (2018), Hima (2021), das Schutzgebiet ʿUruq Bani Maʿarid (2023) und Al-Faw (2024). Von diesen liegt Hima am weitesten im Süden und ist zugleich die Stätte, die die Verbindung zwischen dem Süden der Halbinsel und dem Norden am deutlichsten zeigt.

Als Reisender können Sie die Stätten nach Themen ordnen: Wer Stadtkultur sucht, geht nach At-Turaif und Al-Balad; wer Felskunst sucht, nach Hail und Hima; wer Handelsstädte sucht, nach Hegra und Al-Faw. Das Naturgebiet am Rand der Rub al-Khali beschreibt die Seite ʿUruq Bani Maʿarid.

Weitere Kulturstätten und Landschaften finden Sie in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.

Alle Sehenswürdigkeiten

Häufige Fragen

Wo liegt das Hima-Kulturgebiet?

In der Provinz Nadschran im Süden Saudi-Arabiens, in einer Gebirgswüste an einer alten Karawanenstraße.

Seit wann ist Hima Welterbe?

Seit dem 24. Juli 2021. Das Welterbekomitee nahm es auf seiner 44. Sitzung als sechste saudische Stätte auf.

Wie groß ist das Gebiet?

Rund 557 Quadratkilometer mit etwa 550 Felsbildtafeln und mehr als 34 Fundplätzen.

Wie alt sind die Brunnen?

Mindestens 3.000 Jahre. Sie liefern bis heute Süßwasser.

Welche Schriften findet man?

Thamudisch, Südarabisch, Nabatäisch, Kufisch und frühe arabische Inschriften.

Kann man Hima besuchen?

Jabal Saidah zieht Besucher an. Wegen der Lage im Grenzgebiet zum Jemen ist die aktuelle Einstufung der Außenministerien vor jeder Buchung zu prüfen.

Was bedeutet der Name Hima?

Das arabische Wort bezeichnet ein geschütztes Gebiet. Offiziell heißt die Welterbestätte Hima Cultural Area; der frühere Antragstitel lautete Cultural Rock Arts in Hima Najran.

Warum nennt man Hima einen Zollposten?

Die Brunnen waren der letzte Wasserplatz vor der Wüstendurchquerung nach Norden und der erste nach der Durchquerung aus dem Norden; dort wurde Handel getrieben und Wegzoll erhoben.

Wie viele Welterbestätten hat Saudi-Arabien?

Acht: Hegra, At-Turaif, das historische Dschidda, die Felsbilder von Hail, die Oase Al-Ahsa, Hima, ʿUruq Bani Maʿarid und Al-Faw.

Quellen und Prüfstand

  1. Internationale OrganisationUNESCO-Welterbezentrum: Hima Cultural Area (Welterbeliste, 2021), abgerufen am 01.11.2026
  2. Offizielle Stelle Saudi-ArabienVisit Saudi: Informationen zu Reisezielen in Saudi-Arabien, abgerufen am 01.11.2026
  3. PresseGulf News, 25. Juli 2021: Saudi Arabia's Hima Cultural District on Unesco World Heritage List (mit Saudi Press Agency), abgerufen am 01.11.2026
  4. FachquelleSaudipedia: Hima Cultural Area (Fundplätze, Brunnen, Schriften), abgerufen am 01.11.2026
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