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Sakaka: Rajajil-Steinsäulen, Sisra-Brunnen und Zabal-Burg
KI-IllustrationSakaka ist die Hauptstadt der Provinz Al-Dschauf und mit über 236.000 Einwohnern ihre größte Stadt. Rund um den Ort liegen Stätten aus sehr verschiedenen Zeiten: die Rajajil-Säulen aus der Kupfersteinzeit, der in den Fels gehauene Sisra-Brunnen und die Zabal-Burg mit vier Ecktürmen.
| Lage | Hauptstadt der Provinz Al-Dschauf, im Norden zwischen Hail und der Provinz Nordgrenze |
|---|---|
| Einwohner | 236.669 (Zählung 2022), rund 39,7 % der Provinzbevölkerung; Stadtfläche rund 100 km² |
| Rajajil | Dutzende Gruppen von Sandsteinsäulen, rund 3 m hoch, aus der Kupfersteinzeit (etwa sechs Jahrtausende alt) |
| Sisra-Brunnen | in den Fels gehauen, mit Treppe und Kanal zu den Feldern |
| Zabal-Burg | Festung mit vier Ecktürmen bei Sakaka |
| Anreise | Flughafen Al-Dschauf; Bahnstrecke aus Riad endet in der Provinz |
Wo liegt Sakaka und welche Bedeutung hat die Stadt?
Sakaka ist die Hauptstadt der Provinz Al-Dschauf und Sitz des Emirats. Die Stadt liegt im Norden und Osten der Provinz und verbindet sie mit den Provinzen Nordgrenze und Hail. Westlich schließen sich die Gouvernorate Al-Qurayyat, Tabarjal und Dumat al-Dschandal an. Sakaka ist das nördliche Tor zur Arabischen Halbinsel, und das ist geografisch nachvollziehbar: Wer von Norden her in die Halbinsel will, kommt durch die Wüstenlandschaft des Dschauf.
Sakaka ist die größte Stadt der Provinz. Bei der Zählung 2022 wohnten hier 236.669 Menschen, etwa 39,7 Prozent der Provinzbevölkerung, auf einer Fläche von rund 100 Quadratkilometern. Zwischen den 1970er Jahren und dem Beginn der 2000er Jahre wuchs die Einwohnerzahl auf das Achtfache; aus einer ländlichen Siedlung wurde eine Stadt. Hier befinden sich Behörden, die Hauptuniversität der Region (die Jouf University) und der Flughafen der Provinz.
Für Reisende ist Sakaka vor allem der Ausgangspunkt. Von hier aus erreichen Sie die Stätten der Umgebung, die Oasenstadt Dumat al-Dschandal und die Weiten der Provinz, die Sie auf der Seite Al-Dschauf und Al-Qurayyat im Überblick finden.
Warum war Al-Dschauf eine Station der alten Handelsrouten?
Al-Dschauf lag an der ältesten Landroute der überlieferten Geschichte. Sie führte vom Jemen parallel zur Küste des Roten Meeres durch das Hedschas, vorbei an Medina, AlUla und Mada'in Salih, bog dann nach Nordosten ab und erreichte den Dschauf, bevor sie weiter nach Norden in Richtung Damaskus und Türkei lief. Der Dschauf war also ein Rastplatz zwischen dem Süden der Halbinsel und Mesopotamien.
Diese Lage erklärt die Vielfalt der Stätten: Wer eine Wasserstelle besaß, konnte Karawanen versorgen und Abgaben erheben. Die Orte im Dschauf entstanden dort, wo es Wasser gab. Im Westen liegt die Oase Dumat al-Dschandal, im Zentrum Sakaka, und rings um die Städte zeugen Felswände, Säulen und Brunnen von einer Besiedlung, die weit in die Vorzeit zurückreicht. Die Geschichte der Halbinsel vor dem Islam fasst die Seite Vorislamische Zeit zusammen; die südlichere Fortsetzung der Route zeigt die Seite zu Hegra und Mada'in Salih.
Sakaka gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten des Landes. In der Gegend von al-Schuwayhitiyah liegt ein Fundplatz der Altsteinzeit; der Ort wird dem Oldowan zugerechnet, der ältesten bekannten Steinwerkzeugkultur.

Was sind die Rajajil-Säulen?
Südöstlich von Sakaka erheben sich auf einem Hügel die Rajajil-Säulen, ein Ort, den Besucher häufig mit Stonehenge vergleichen. Der Name bedeutet „die Männer“: Aus der Ferne wirken die aufrechten Steine wie Gestalten, die auf dem Hügel stehen. Es sind Pfeiler aus Sandstein, etwa drei Meter hoch und bis zu fünf Tonnen schwer. Viele sind umgestürzt, andere lehnen schief. Auf manchen sind thamudische Zeichen und Texte eingeritzt.
Die Steine stehen in Dutzenden Gruppen von jeweils 2 bis 19 Pfeilern. Vom Boden aus ist keine Ordnung erkennbar; Luftaufnahmen legen eine grobe Ausrichtung auf Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nahe. Errichtet wurden sie in der Kupfersteinzeit, dem Chalkolithikum, von Menschen, die dort lebten, wo heute der Dschauf liegt. Seit rund sechs Jahrtausenden stehen sie dort.
Wozu sie dienten, ist nicht geklärt. Eine Grabung am Fuß einer Säulengruppe vor mehr als 30 Jahren fand weder Knochen noch Weihegaben, was gegen eine Nutzung als Grabstätte spricht. Astronomische oder politische Zwecke sind denkbar, aber nicht belegt; die Säulen könnten auch als Wegmarke an einer Handelsroute gedient haben. Diese Offenheit gehört zum Reiz des Ortes: Die Pfeiler sind ein Zeugnis einer Gesellschaft, von der wir fast nichts wissen, außer dass sie Steine von mehreren Tonnen bewegen und aufrichten konnte.

Warum ist der Sisra-Brunnen etwas Besonderes?
Der Sisra-Brunnen liegt bei Sakaka und ist direkt in den Fels gehauen. An einer Seite führt eine in den Fels geschlagene Treppe hinab. Über einen ebenfalls im Fels angelegten Kanal gelangt das Wasser zu den Feldern in der Umgebung.
Wer vor dem Brunnen steht, versteht die Mühe, die in der Wasserversorgung steckte. Der Fels musste mit Werkzeugen aus der Antike abgetragen werden, damit eine Treppe entstand, auf der Menschen mit Gefäßen Wasser holen konnten. Dass der Brunnen noch Felder versorgt, zeigt, wie dauerhaft solche Anlagen sind. Die Stätte liegt in der Nähe der Zabal-Burg, sodass sich beide an einem Tag besuchen lassen.
Für den Vergleich mit anderen Wasseranlagen der Halbinsel eignet sich der Haddaj-Brunnen in Tayma, den die Seite Tayma beschreibt: Er ist ein offener Rundbrunnen mit Palmen, der Sisra-Brunnen dagegen ein in den Stein getriebener Schacht.
Was ist die Zabal-Burg?
Die Zabal-Burg, auch Za'abal geschrieben, bewacht Sakaka und die umliegenden Handelsrouten. Sie hat vier Türme an den Ecken, die der Überwachung dienten, und liegt nahe alten Feldern. Das Bauwerk verbindet die Verteidigung der Stadt mit der Kontrolle über das Land: Von den Türmen aus sieht man weit in die Ebene, in der sich Karawanen und Angreifer lange vor der Ankunft bemerkbar machen.
Die Burg gehört zu den Wahrzeichen der Provinz neben der Marid-Burg in Dumat al-Dschandal. Beide folgen demselben Prinzip: ein Wachturm-Viereck an erhöhter Stelle, Wasser in der Nähe, Blick über die Oase. Im Dschauf, wo es kaum natürliche Hindernisse gibt, ersetzte die Burg die Grenze.
Welche weiteren Stätten liegen um Sakaka?
Zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung zählen die Höhle von Hadra, in deren Felswänden archäologische Zeichnungen eingraviert sind, und Tuwair, eine alte Siedlung, die unter Sanddünen begraben liegt. Beide sind für Besucher weniger leicht zugänglich als die Rajajil-Säulen und lassen sich am besten mit Ortskundigen besuchen. Der Fundplatz al-Schuwayhitiyah dokumentiert die Altsteinzeit.
Wer sich für Felskunst interessiert, findet im Süden der Provinz Hail die Felsbilder von Hail, seit 2015 auf der Welterbeliste. Eine Gesamtschau der frühen Königreiche des Nordwestens bietet die Seite zu Dadan und Jabal Ikmah. Fundstücke aus den Königreichen des Nordwestens, darunter die Stele von Tayma, zeigt das Nationalmuseum Riad.
Wie lassen sich die Stätten rund um Sakaka verbinden?
Die Stätten liegen nah genug beieinander, um sie von Sakaka aus als Tagesprogramm zu planen. Der Sisra-Brunnen und die Zabal-Burg liegen am Stadtrand, die Rajajil-Säulen rund zehn Kilometer südöstlich der Stadt. Eine Fahrt nach Dumat al-Dschandal im Westen füllt einen eigenen Tag. Wer die Reihenfolge nach der Geschichte wählt, beginnt mit den Säulen der Kupfersteinzeit, geht zu den Wasseranlagen und der Burg der antiken Handelsroute und endet in der Altstadt von Dumat al-Dschandal.
Eine solche Reihe zeigt, wie sich Nutzung und Bauweise veränderten: Aus aufgestellten Steinen wurden Brunnen, aus Brunnen Festungen, aus Festungen Siedlungen mit Gassen, Märkten und Gärten. Der Dschauf ist damit ein Ort, an dem sich die Geschichte der Halbinsel in einer einzigen Provinz ablesen lässt.
Wie reist man nach Sakaka und was sollte man beachten?
Sakaka hat einen Flughafen, der die Provinz bedient. Außerdem führt eine Bahnstrecke von Riad bis in die Provinz; die Seite Bahn in Saudi-Arabien beschreibt das Netz. Für die Anreise ins Land lesen Sie die Seite Flüge nach Saudi-Arabien, für Fahrten im Land die Seite Mietwagen.
Der Norden ist im Winter kühl und im Sommer sehr heiß. Besichtigungen im Freien sind in den kühleren Monaten angenehmer; Hinweise zum Klima stehen auf der Seite beste Reisezeit. Die Säulen und Ruinen stehen im offenen Gelände ohne Schatten, daher gehören Wasser, Kopfbedeckung und festes Schuhwerk ins Gepäck. Klettern Sie nicht auf die Pfeiler und lassen Sie umgestürzte Steine liegen: Sie sind Teil des Befunds.
Klären Sie vor einem Besuch von Rajajil, Sisra-Brunnen und Zabal-Burg, welche Bereiche zugänglich sind. Planen Sie Fahrten in der Wüste nicht allein und informieren Sie jemanden über Ihre Route.
Weitere Kulturstätten und Landschaften finden Sie in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.
Alle SehenswürdigkeitenHäufige Fragen
Wo liegt Sakaka?
Im Norden Saudi-Arabiens als Hauptstadt der Provinz Al-Dschauf, zwischen den Provinzen Hail und Nordgrenze.
Wie viele Einwohner hat Sakaka?
236.669 bei der Zählung 2022, etwa 39,7 Prozent der Provinzbevölkerung.
Was bedeutet Rajajil?
„Die Männer“. Aus der Ferne erinnern die aufrechten Sandsteinpfeiler an stehende Gestalten.
Wie alt sind die Rajajil-Säulen?
Sie stammen aus der Kupfersteinzeit und sind rund sechs Jahrtausende alt.
Wie kommt man nach Sakaka?
Per Flug zum Flughafen der Provinz oder mit der Bahn aus Riad, dann auf der Straße zu den Stätten.
Quellen und Prüfstand
- Offizielle Stelle Saudi-ArabienSaudipedia: Sakaka, Säulen von Rajajil, Zabal-Burg, Sisra-Brunnen, abgerufen am 01.11.2026
- PresseArab News, 13. Dezember 2011: Die rätselhaften Stelen von Rajajil, abgerufen am 01.11.2026
- PresseSaudi Press Agency, Historische Schätze von Al-Jouf, abgerufen am 01.11.2026
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